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Ein kleiner Test zum Walimex (Samyang) Superweitwinkelobjektiv 

14mm f2.8 (Festbrenweite) an der Nikon D800



Nachdem ich seit Wochen nach einem brauchbaren Superweitwinkelobjektiv suchte, das die spitzenmässige Auflösung der Nikon D800 bedienen kann, scheint es jetzt so als hätte ich es gefunden.

Das Nikon AF-S 16-35/4 VR hatte ich versucht, war aber von der Bildqualität in den Ecken bei f/4 bis ca. f/5,6 sehr enttäuscht.

Das Nikon 2.8/14-24mm hat nach verschiedenen Tests relativ starke Flares und es ist mir einen Tick zu gross und zu schwer.
Da ich mein SWW sehr häufig in Gegenlichtsituationen benötige, wage ich es nicht mit dieser Optik.

Das angekündigte Zeiss 2.8/15mm wäre einen Versuch wert, aber es ist aktuell noch nicht lieferbar.


Ich war sogar so "verzweifelt", dass ich mein an der D7000 bewährtes AF-S 10-24mm am deutlich größeren Vollformatsensor der D800 versuchte.
Einige Resultate siehe unten bei den Testbildern.

Es war natürlich zu erwarten, dass ein Objektiv, welches für den kleineren Bildkreis der APS-C Kamerasensoren berechnet ist, keine wirklich brauchbare Leistung ausserhalb dieses Bereiches liefern würde.
Ein netter Versuch war es dennoch ;-)


Zu den Aufnahmen:
Ich wählte eine Gegenlichtsituation um die Anfälligkeit für Flares und die generelle Gegenlichtempfindlichkeit mit oft resultierendem Kontrastverlust einschätzen zu können.

Alle wurden aus Zeitgründen "praxisnah" nur freihand aufgenommen und mit denselben Einstellungen in LR 4.1 (RC2) entwickelt.
Die Schärfung war für alle Bilder dieselbe (40-1-25) und es wurde KEINE Objektivkorrekturen durchgeführt, insbesondere keine Reduzierung der CAs (Chromatische Aberration).

Danach wurden 1zu1 Ausschnitte ( 100% crops) aus dem linken und aus dem mittleren Bereich genommen.

Die "ganzen" Bilder wurden dann noch auf 999 Pixel Breite verkleinert und nachgeschärft.

Diese 999 Pixel breiten Fotos sehen Sie untenstehend und in diesem verkleinerten Format ist auch die Vignettierung recht gut zu erkennen.

Die Ausschnitte sind jeweils über dem "Haupt-Bild" und diese zeigen deutlich die Unterschiede der Objektive bzw. den Leistungsgewinn durch Abblenden.


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.... ?
Im Falle eines Objektivtests sogar ganz sicher ;-)


D7000 mit AF-S 10-24 bei 10mm Brennweite:
(leider mit f/14, da sich die Kamera verstellt hatte und ich es zu spät bemerkte... Dies bedeutet, dass die Schärfentiefe sicherlich mehr als ausreichend war, aber ein klein wenig Schärfeverlust durch Beugung berücksichtigt werden darf...)




D7000 mit dem Walimex Pro  AE14mm F2.8 ED AS IF UMC
bei  Offenblende = f/2.8












 


Nun die Bilder mit der Nikon D800:























Und so sieht es aus, das Nikon DX Objektiv AFS 10-24 am Vollformatsensor der D800 zu betreiben:















Mein Fazit:

Trotz der Einschränkungen einer Festbrennweite ohne AF werde ich das sehr preisgünstige Objektiv behalten und nutzen.

Die Schärfeleistung in der Bildmitte und an den Rändern ist mehr als erstaunlich und dies in Relation mit dem Preis betrachtet ist für mich eine echte Sensation.

Und ich hätte nicht geglaubt, dass ein lichtstarkes Superweitwinkel zu dem Preis auch noch mit derart geringen CA Fehlern möglich ist.

Am vollen KB Format mit der D800 ist es ab spätestens Blende 5.5 bis an die Ränder überzeugend und sogar in den Ecken noch gut genug.
Beim reduzierten DX Bildkreis ("crop 1,5") sogar bei f/2.8  bereits sehr gut.

Beim DX Objektiv AF-S 10-24 war interessant zu sehen, dass bereits knapp ausserhalb des DX Bildkreises eine deutliche Einbuße der Bildqualität aufttritt.

Dass die Vignettierung allerdings mit kleinerer Blendenöffnung zunimmt hätte ich nicht wirklich erwartet.
Die Gegenlichtblende am 10-24 wurde bei diesen Aufnahmen übrigends nicht angebracht.

Das Walimex Pro AE14mm F2.8 ED AS IF UMC verdient sich selbst an der hochauflösenden D800 eine klare Empfehlung!
Danke an Samyang für diese grossartige Entwicklung.



EDIT / Ergänzung (25.05.2012):

Nachdem ich  das Walimex 14mm an der D800 bereits für etliche Auftragsarbeiten einsetzen musste, war mir der Workflow mit PTLens langsam zu aufwändig.

Effizienz ist angesagt, deshalb musste ich einen Weg finden, wie es direkt in Lightroom (aktuell die V 4.1) mit den Objektivkorrekturen zu erledigen ist.

Mehr oder weniger durch Zufall entdeckt:

In Photoshop CS5 habe ich unter Filter->Objektivkorrektur den Knopf: "Online-Suche" entdeckt.

Mit einem geöffneten Bild und den darin enthaltenen EXIF Daten, hat diese Online-Suche sogleich folgendes Profil gefunden:

NIKON D700 mit Rokinon E14.0mm f72.8ED AS IF UMC(raw)


Die Objektiventzerrung passt recht gut, auch mit der D800

Nach Klick auf das kleine Symbol rechts über diesem Objektivprofilfeld, kann man das Profil auf dem eigenen PC ("lokal") speichern...


... und dann ist das Profil automatisch auch in Lightroom verfügbar !





Nun noch der Vergleich der Korrekturen aus PTLens bzw. aus Lightroom:

Original, nichts korrigiert:



Korrektur in LR, mit dem Profilkorrekturen plus manuelle Optimierung (siehe ganz unten):



Die PTLens Korrektur plus manuelles Gerade-Ausrichten (alles in PTLENS):


Bei diesem Motiv gewinnt im direkten Vergleich PTLens, denn das Profil in LR muss zusätzlich mit den manuellen Einstellungen zusätzlich optimiert werden.
Bei etwas weniger kritischen Motiven (ich habe noch etliche andere Messestände abgelichtet) reicht die automatische Profilkorrektur in Lightroom, dies gezeigte ist das "schlimmste" Motiv meiner Architekturaufnahmen der letzten 2 Wochen,
deshalb als Vergleich hier gut geeignet.


Hier noch die Einstellungen des LR Profils und der manuellen, zusätzlichen Entzerrungseinstellungen für dieses Bild:



Ich hoffe es hilft dem ein oder anderen Leser,

bis zum nächsten Artikel,

herzliche Grüße aus München,

Dieter Lukas
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