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Kurzkritik & Fotos: Restaurant TRAMIN München


Ein paar Vorbemerkungen halte ich für angebracht:
1. Ich bin kein "gelernter" Restaurantkritiker.
2. Ich halte meine Geschmacksnerven jedoch für recht leistungsfähig und erlaube mir deshalb einige Kommentare.
3. Sämtliche Angaben beziehen sich auf meinen Geschmack, der sicher nicht immer massenkompatibel ist.
4. Sämtliche Bilder wurden nicht mit meiner professionellen Ausrüstung gemacht, die Qualität ist deshalb eingeschränkt.
5. Dies ist keine Werbung, sondern der persönliche Eindruck und Fazit eines realen Besuchs.



Doch nun die Kurzbeschreibung eines eindrucksvollen Abends mit noch eindrucksvolleren Speisen.

Mir wurde das Tramin empfohlen, daraufhin sah ich mir die Webseite des Tramin und natürlich die Speisekarte an.
Erster Eindruck: Fehlanzeige, es gibt keine (klassische) Speisekarte.
Weder Online noch im Lokal, wie sich beim Besuch zeigte.

Doch das war kein Nachteil, ich werte dies im Nachhinein sogar als Vorteil, denn die Überraschung war - und das bei jedem Gang - mehr als gelungen!

Die Weinkarte ist gewaltig, ich sah nur selten eine derart große Auswahl.
Die Preise sind auf höherem Niveau, aber durchaus üblich in der gehobenen Gastronomie.


Wer meist eher die "klassischen Standards" gewohnt ist...

- Schweinebraten mit Knödel und Salat 
- Schnitzel mit Pommes ...
- Burger mit ...    - diese Liste kann man noch deutlich erweitern,

...muss im Tramin den Horizont schon stark erweitern - aber das lohnt sich!


Ich bin nicht sicher, ob die experimentielle Küche im Tramin bereits Parallelen zur Molekularküche enthält, schätze aber sehr stark, dass es so ist.

Zumindest kann ich mir diese intensiven Geschmacksexplosionen nicht anders erklären, die ich mit einigen "harmlos" aussehenden Schäumen, Halbgefrorenem oder Flüssigem, in kleine transparente Kügelchen gegossene oder in feste kristalline Plättchen gepresste oder in andere Formen und Aggregatszustände versetzte Lebensmittel tatsächlich erleben durfte.
(puh, was für ein Satz...)


Genug geschwärmt, mein Fazit:

Es ist nicht unbedingt für jeden geeignet, doch wer es sich leisten mag und wirklich neugierig darauf ist, der sollte unbedingt mal hin.

Speisen im Tramin ist ein Erlebnis der besonderen Art, ich werde sicher ein Wiederholungstäter ;-)

Der Preis - aktuell ab 65.- Euro für das kleinste Menü, das mit 4 Gängen angeboten wird - ist auf den ersten Blick kein Schnäppchen, aber lassen Sie die folgenden Bilder erst wirken und bedenken Sie:
Es waren praktisch 8 Gänge, somit relativiert sich das ganz schnell.

Attribute wie lecker, köstlich, delikat, aussergewöhnlich, einmalig, phantasievoll, phantastisch, geil (sorry)... usw.... dürfen hier wirklich verwendet werden.

Dazu der höfliche aber lockere, witzige aber unaufdringliche Service, der gerne auch Detailfragen beantwortet, was will man mehr?


Sagen Bilder mehr als Worte? Manchmal ja, aber nicht immer.
Diese Foodfotos sind nett, aber sie können - ebensowenig wie irgendwelche schwülstigen Beschreibungen - den Geschmack und das Erlebnis nicht ausreichend wiedergeben.


Los geht´s:

Zuerst kam ein Gruß aus der Küche:
Apero: Erbsengazpacho, Meeresfrüchtesalat, Tomate und Avocado, Manchego Eis


Es folgte der erste Gang:
Amuse:  Geräucherter Aal, Gurken und japanische Texturen




Und damit auch garantiert niemand hungrig bleibt, gibt es einen Korb mit ebenfalls sehr leckeren Brotsorten und Butter dazu:



Der nächste erste Gang (? ! ) :
Tatar von der Furchengarnele, Bouillabaise-Popcorn und Sauce Rouille.



Anschließend der 2.Gang:
Saibling, la Bonnotte, Puffbohne und weiße Zwiebel


Detailaufnahme vom zarten Saibling



So, kaum hatten wir eine Stunde an den mittlerweile 4 "Vorgängen" Genuss pur erlebt, kam der Hauptgang:
Die sehr feundliche Kellnerin servierte diesen mit der lockeren Bemerkung:
So, jetzt kommt ein Stück halb verkohltes Fleisch mit Pommes und Ketchup...

...auf diese Einleitung folgte natürlich sogleich die ernste Erläuterung:

Haupt:  Verkohltes Rind (Short Rib vom US Rind) Pommes und (Barbecue-) Ketchup

Nebenbei bemerkt:
Da unser erstes Brotkörbchen bereits leer war, wurde unaufgefordert ein gefülltes gebracht..

Detailfoto vom Fleisch - ebenso zart wie der Fisch vorher!


Bis dahin waren alle Gerichte sehr delikat und extrem geschmackvoll.

Als Süssigkeiten- und Nachspeisen-Fan wagte ich es nicht mir vorzustellen, dass dies beim Dessert
ebenso der Fall sein könnte.

Umso mehr war ich angetan vom nächsten Gruß aus der Küche, der mit zwei intensiven Geschmacksbomben daherkam:

Waldmeister Schaum, Kalamansi Eis (das müsste eine Zitrusfrucht sein) gekrönt mit Kümmelzucker
.....ein Traum!


Und: Obwohl ich Waldmeister eigentlich nicht mag, war es köstlich.  Ich hatte auch meinen Horizont etwas erweitert ;-)



Da ich nicht mitbekommen hatte, dass dies zuvor ein weiterer Gruß aus der Küche war und nicht die eigentliche Nachspeise, war ich ein wenig überrascht, als der nächste Gang serviert wurde:

Auf den ersten Blick ein Riesenteller mit wenig drauf...


...also nochmals näher ran!

Für Liebhaber "echter" Schokolade (dunkle Schokolade) wie mich, kam das natürlich gut an.
Aprikosenstücke, Aprikosencreme, Schokobrocken und Eis vom Toastbrot mit wilden Fenchel-"Zweiglein" garniert.

Alles perfekt, nur den Fenchel habe ich nicht wirklich rausgeschmeckt, obwohl ich Fenchel sehr gern mag.
Waren es vorher doch zu starke Sinnesreizungen?  

Egal!   ;-)



Am liebsten hätte ich die Teller noch mit meiner Zunge "gereinigt", so lecker war das alles (ehrlich).


Danach war ich wirklich satt, zufrieden und glücklich.

Ja:  Richtig satt, trotz kleiner Portionen, ich hätte es vorher auch kaum geglaubt.


Es folgte aber noch eine Überraschung!

Pralinen zum Ausklang:


So wurden aus einem 4 Gänge Menü dann doch noch  8 "Serviereinheiten"  -  erstaunlich, überraschend und einfach nur klasse.


Unter uns gesagt:
Jetzt verstehe ich so langsam das "Getue" um die Sterneküche.

Es ist nicht nur ein Geschmackserlebnis, es ist definitv mehr dahinter.

Obwohl hier keine "14 stöckigen handgeschnitzen Karottentürmchen mit Balsamico-Regen" als Kunstwerke auf den Tisch kommen, würde ich die Herstellung dieser besonderen Speisen schon auch als Kunsthandwerk verstehen.



Danke für´s Lesen und Schauen,

Euer

Dieter Lukas - Panobilder.de
D.L. 12.06.2012




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